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Hannah & Nathan: Zwei Wege zu einem befreiten Leben

Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen jeweils in einem Küschall Aktivrollstuhl und fahren nebeneinander her.

Die britischen Medien nannten sie nicht umsonst „Hurricane Hannah“. Diesen Sommer im Olympiastadion in Tokio hat Hannah Cockroft das noch einmal bewiesen: Sie holte zwei Goldmedaillen im Rennrollstuhlsport und fügte sie zu den fünf hinzu, die sie bereits gewonnen hat. Nathan Maguire, Hannahs Partner, gewann seine erste Silbermedaille. 

Siege im Olympiastadion

Es begann nicht allzu gut. Beim Aufwärmen vor dem Rennen goss es in Strömen und die Bahn in Tokio war sehr rutschig. Es war Hannah Cockroft noch nie zuvor passiert, aber dieses Mal, im Olympiastadion, rutschte die Hand der Britin von der Felge direkt in das rasende Rad. Als das Blut spritze, dachte sie: „Das war’s! Das Rennen ist zu Ende, bevor ich an der Startlinie stehe.“ Der Arzt konnte nicht viel für sie tun. Um die Wunde zu Nähen oder auch nur richtig zu versorgen blieb keine Zeit. In diesem Moment verlor Hannah den Kopf.

… Doch dann machte sie das Rennen.
Hannah holte ihre 7. Goldmedaille, 11 Sekunden vor der nächsten Teilnehmerin. Sie ist sich sicher, dass das Adrenalin sie durch das Rennen gebracht hat.

Nathan Maguire nahm die nasse Strecke in Tokio mit Humor und ohne sich darüber zu beschweren. 16 Jahre lang hatte er davon geträumt, auf dieser Strecke zu fahren. Der Regen konnte diesen Traum nicht zerstören. „Es ist ein bisschen nass hier draußen“, scherzte der Brite beim Aufwärmen.
Nathan brachte die Silbermedaille mit nach Hause, von der er so lange geträumt hatte.

Vom Rollstuhlhasser zum Rollstuhlsport

Wenn Hannah über den Tag ihrer Geburt spricht, muss sie heute lächeln. Damals hatte niemand einen Grund zum Lachen. Um es direkt zu sagen: Sie erlitt zwei Herzinfarkte, ihre Mutter starb fast und ihr Vater fiel in Ohnmacht. Die Ärzte waren die Letzten, die gesagt hätten, Hannah sei für eine Meisterschaft bestimmt. Vielmehr sagten sie ihr voraus, dass sie möglicherweise nicht älter als 20 Jahre werden würde. Hannah erinnert sich in ihren Interviews immer wieder daran, wie viele Leute ihr wiederholt sagten, was ihr Körper alles nicht kann. Wozu er nicht fähig ist. Warum sie in der Schule keinen Sport machen sollte. Nur ihre Familie behandelte sie genauso wie ihre Brüder und sie sorgte dafür, dass sie sich so oft wie möglich bewegte.

Deshalb wollte Hannah als Kind auch folgende Berufe erlernen: Erstens: Sängerin, zweitens: eine Ballerina, drittens: oder doch lieber Tänzerin?

Anfangs hasste Hannah die Vorstellung, einen Rollstuhl dafür benutzen zu müssen. Aber dann entdeckte sie die Geschwindigkeit, die sie mit einem Aktivrollstuhl erreichen konnte. Und die Freiheit, die damit einherging.

Eine junge Frau sitzt im Aktivrollstuhl und lacht.

Das ist Rollstuhlsportlerin Hannah Cockroft (Instagram: @hlcmbe)

Nathan hingegen, der im Alter von acht Jahren plötzlich gelähmt war, wurde von seinem Vater dazu animiert, alle möglichen Sportarten auszuprobieren. Und das tat er gern, denn er kam zu dem Entschluss, dass er ohne seine Behinderung niemals so viele tolle Menschen aus der ganzen Welt bei Wettkämpfen getroffen hätte.

Ein junger Mann sitzt im Rollstuhl und lacht.

Das ist Rollstuhlsportler Nathan Maguire (Instagram: @nathan_maguire97)

Keiner der beiden begann seine Karriere im Rennrollstuhl. Sie spielten zunächst Rollstuhlbasketball, übrigens die beliebteste Sportart für Rollstuhlfahrer. Erst später fanden sie den Weg zur Para Leichtathletik.

Nathan wurde von der Britin Josie Cichockyj trainiert. Sie verstarb 2014 und gilt als Legende des britischen Rennrollstuhlsports sowie im Rollstuhl-Basketball. Nathan nahm zunächst an Wettbewerben auf Juniorenebene teil, bevor er sich 2018 eine Goldmedaille in der T54-Staffel in Berlin sicherte.

Hannahs Karriere im Rollstuhlsport begann 2011, als sie nach Neuseeland flog und bei den Weltmeisterschaften eine Goldmedaille über 100 Meter in der Klasse T34 holte.

Ihr wollt wissen, wie es mit den beiden privat weitergeht? Fortsetzung folgt…

 

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